Anne Leighton (vormalig Appraisal Vice President bei Christie's, New York)
Susanne Schuenke schreibt Geschichten mit dem Pinsel: Jedes ihrer Werke, sei es in Öl,
Aquarell, Druckgraphik oder Zeichnung erzählt eine Geschichte. Innerhalb ihres
wohlgeordneten künstlerischen Universums hat jedes einzelne Detail seinen genau bestimmten
Platz in der Komposition.
Kristina Piwecki (Schweizer Handelszeitung, Zürich)
[Bei] Susanne Schuenke ... werden philosophisch nachvollziehbare Inhalte akribisch ins Bild
gesetzt. Die Künstlerin versteht sich als Erzählerin von Geschichten, deren Interpretation
dem Betrachter freigestellt wird. ... Das Raffinement ihrer Aussage besteht in der
Gleichzeitigkeit des Ungleichen; sie fokussiert ein ganzes Ideenspektrum mit ihrer
künstlerisch prezisen Pinselschrift.
Henry Flood Robert, Jr. (Executive Director, The Jacksonville Museum of Contemporary Art)
Wenn ein Bild soviel ausdrückt wie tausend Worte, dann vermitteln die Werke von Susanne
Schuenke den Gegenwert von einer Million an Worten. Mit einer Einbildungskraft gleich der
von zehn Wunderkindern nehmen uns Susanne's Gemälde mit auf eine Reise zu einer Welt voller
mythologischer Geschichten, Bilder vergangener Zeiten und Gedanken über die Zukunft.
Voller sensibel balanzierter Farbschichten, berühren ihre Bilder in schneller Reihenfolge
Stilsprachen des Jugendstils, des Art Deco und sogar Anspielungen auf Surrealismus. Sie
konfrontiert den Betrachter mit einer Ikonographie, ... einem Feuersturm aus Farben, Stimmung
und Ausdruckskraft.
Was uns als einfach erscheint ist es oft nicht so in Susanne's Werk. Abstrakte, kurvenreiche
weibliche Torsos werden als "Olympische Göttinnen" beschrieben. In einem anderen Bild erscheint
[beispielsweise] eine Parfumflasche in der farbenfrohen Rolle eines "schlangenköpfigen
Zerstäubers", der den Vamp-Charakter der Hauptgestalt symbolisiert.
Der Reichtum ihrer Bildbeschreibungen steht in nichts nach dem ihres gleichrangig bildnerischen
Werks. Am faszinierensten ist die Art und Weise, in der ihre Gemälde entstehen. [Diese]
didaktische Ausstellung veranschaulicht in unübertroffener Weise den "künstlerischen Prozess".
In vielen ihrer Werke läßt sie sich anregen von wirklichen Situationen, um nach einer ersten
Anfangszeichnung über schrittweise abstrahierte Studien allmählich das Endergebnis zu entwickeln
- ein großformatiges Ölgemälde.
Dieser äußerst disziplinierte Prozess führt zu erstaunlichen Ergebnissen. Wir sollten uns von
deren Ausdruckskraft und Finesse inspirieren lassen.
John Griffins (Kunstkritiker London und Edinburgh)
Susanne Schuenke, Tochter eines Künstlerehepaares: ... Ihre Gemälde sind eindeutig modern,
aber können keiner der gerade vorherrschenden Zeitströmungen zugeordnet werden. Sie
faszinieren diejenigen Betrachter, die die unterschiedlichsten Phasen der Post-Moderne
erlebt haben und jetzt wieder die Freude an den Raffinessen der neoklassischen und
metaphysischen Stile der Zwanziger und Dreißiger Jahre entdecken.
Es gibt hier gewisse Berührungspunkte mit der italienischen scuola metafisica, mit dem
niederländischen und deutschen sozialkritischen Neo-Surrealismus und dem anglo-amerikanischen
und italienischen Neuen Klassizismus. Die Traumlandschaften von Magritte, Ernst, Delvaux,
Schlichter und Dukoupil stimmen uns ein auf Bilder, in welchen der Künstler zunächst
widersinnig erscheinende Details bei der Schaffung des Werkes einsetzt. Schünke arbeitet,
wie die oben genannten Maler des 20.Jh.s mit unterschiedlichen Zusammenstellungen einer
symbolreichen Formenwelt - aber damit endet auch schon der gemeinsame Boden. In Schünke's
Werk ist nichts von der Wüstenleere und dem Schrecken zu spüren, denen wir in de Chiricos
Universum ausgesetzt sind und ihr Werk ist auch frei von den bizarren Gegensätzen, mit
denen uns Ernst zur Erkundigung unserer tiefenpsychologichen Seele verführen will.
Schünke's Bilder sind weder freudianisch noch existentialistisch und kreisen nicht um das
Unbewußte und konzentrieren sich nicht auf das Absurde. Damit vermeidet sie die Beschränkungen
des doktrinären Surrealismus' und kann in ihren Bildern eine außerordentlich weite Bandbreite
historischer und kosmischer Beziehungen entfalten.
So läßt sich zusammenfassen, daß die Werke von Susanne Schünke dem Betrachter eine lyrische
Interpretation von zutiefst menschlichen und daher wahrhaft spirituellen Ideen bieten. Es ist
ein gereiftes Konzept von den tragischen Unzulänglichkeiten, welche gemessen werden am Maßstab
unserer eigenen moralischen Verantwortung und am vorwurfsvollen Zeugnis der Natur. Vor allem
aber sind die Bilder von Susanne Schünke das visuell verzaubernde, handwerklich exquisite
Ergebnis einer in sich stimmigen Vorstellungswelt, in welcher sie oft einen "Ist-Zustand"
dem "Soll-Zustand" gegenüberstellt.
Ted Weeks (Kunstkritiker Jacksonville)
Erzählerisch im Ton, präzise in der bildnerischen Darstellung, vernunftbestimmt aber auch
zugleich surrealistisch - die Kunst von Susanne Schuenke ist international im Inhalt, bleibt
jedoch ausgesprochen nordeuropäisch in Temperament und Stil.