"Le cabinet de curiosités", 1997
Öl und Blattgold auf Leinwand. 85.5 x 71 cm © Susanne Schuenke 1997
Dieses kleine, prall gefüllte Möbel folgt der barocken Tradition der
Kuriositätenkabinette: jener Kollektionen gar wunderlicher Gegenstände, die
dem Sammler aus Gründen ihrer außerordentlichen Schönheit, der persönlichen
Bedeutung und der besonderen Rarität wegen lieb und teuer waren.
Das surreale Schränkchen, das sich aus mystischen Wassern erhebt, erzählt durch
materielle und immaterielle Elemente,, von einer Daseinswelt der Empfindungen,
der Überlegungen und der Träume. Freude und Sehnsucht gleiten mit den geheimnisvollen
Nebelschleiern aus den Schubladen - einige bleiben der Betrachtung verschlossen,
andere quellen mit ihren Schätzen über:
Den fünf Sinnen wird mit Bildern und reifen Trauben, duftenden Rosen, einem Vogel
und einem bestickten japanischen Seidenstoff Tribut gezollt: Sehen, Schmecken,
Riechen, Hören und Fühlen. Die Welt der Kunst zeigt Gemälde, Glas, Silber,
chinesisches Porzellan, geschnitzte Dosen und ein Architekturmodel. Bücher, Briefe,
Schreib-federn und Schachfigur erzählen von der Aktivität des Geistes. Die Natur
ist mit Edelsteinen und Muscheln, Blumen und Früchten, dem kecken Vogel und einem
Blick in das unendliche All vertreten.
Dem Nachthimmel, der die drei Gürtelsterne des Orions zeigt, ist mit Säulchen
gesäumte Ehren-Nische des Kabinetts gewidmet. In den großen Seifenblasen, einem
traditionellen Vanitas-Symbol, finden: eine Anspielung auf die noch immer
unverständlichen Dimensionen des Weltalls und unsere eigene Vergänglichkeit.
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