susanne schuenke fine art - Ölgemälde
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Die erste Vollmondstunde

Race II

Le Week-end

Die Violincello-Spieler

Byte By Byte

Le cabinet de curiosités

Destiny II

Das Trojanische Pferd


Die erste Vollmondstunde

"Die erste Vollmondstunde", 1996
Öl und Blattsilber auf Leinwand. 90 x 160 cm © Susanne Schuenke 1996
Im Zauberlicht der Vollmondstunde, darf die Welt für eine Weile träumen...
Der Himmel erinnert sich mit Schattierungen von Purpur an die gerade untergegangene Sonne und ein winziger leuchtend zinnoberroter Punkt kündet das bevorstehende Ereignis an: den Aufgang des Vollmondes. Innerhalb von Momenten wächst dieser Punkt zur Linie, schwillt zum Bogen, wechselt über die Sichel zum Kreissegment und durchläuft dabei schon die Transformation vom Rot in das sanftere, gebrochene Orange. Man möchte den Atem anhalten und diesen Bruchteil der Zeit festhalten, wenn sich der vollendete Kreis des Erdtrabantens vom Horizont löst. Frei wie ein Boot unter frischem Wind schwebt die Mond-Scheibe in elegantem Bogen aufwärts zwischen den Wolkenwirbeln, in denen sich mit dramatischem Schauspiel der Wechsel dokumentiert: vor dem dunklen, undurchdringlichen Indigo versammeln sich milchig-weiße Wolkenformationen um die Hauptperson. Die Farben hellen sich auf je höher der Mond seiner lautlosen Bahn folgt und erreichen bald ein am Nachthimmel unübertroffenes strahlendes silbriges Weiß. In vollendetem Rund steht der Vollmond auf dem Weg zum Zenit und ergießt seine magische Atmosphäre über die schlafende Welt während die Zeit stillzustehen scheint.
Menschliche Imagination gibt den Wolken ihre Form: Selene hebt mit einer Hand den hellen Diskus zum Orbit, empor und mit der anderen entfernt sie den dunklen Schleier der Nacht.




Race II

"Race II", 1996
Öl, Blattgold und palladium auf Leinwand. 112 x 200 cm © Susanne Schuenke 1996
("Das Rennen geht immer weiter")
Fünf Pferde erfassen die Bandbreite im Kampf um den Sieg - sei es der Wettbewerb auf dem Turf oder im Leben. Aus der indigo-blauen Wolke wälzen sie sich in donnernder Woge dem Ziel entgegen. Ihre Jockeys hängen wie Tropfen auf den mächtigen Körpern und spielen nur eine untergeordnete Rolle in diesem Drama der Geschwindigkeiten.
Die Spitzenstellung wird von dem goldenen Sieger gehalten, der souverän die Konkurrenz dominiert. In der zweiten Position erscheint ein blaues Pferd, das mit Kraftaufwand seinen eroberten Rang verteidigt. Von der Anstrengung gezeichnet kämpft das orange Ross noch um den dritten Platz, wohingegen Nummer Vier mit Schaum vor dem Maul unter Peitschenhieben zum Verlieren verdammt ist. Das fünfte Pferd, kaum noch erkennbar, versinkt verzweifelt in den dunklen Wolken des Versagens.
In dem roten Aschensand glimmen einige Buchstaben und Nummern auf und führen zu einer weiterreichenden Interpretation des Wettkampfes: Leuchtpunkten zitieren das Telexband der Aktienbörse, der Schauplatz eines anderen, gnadenlosen Rennens um den Sieg. Fibonacci Zahlen wurden als Ziffern gewählt, um die nicht enden wollende Progression des Konkurrenzkampfes zu charakterisieren: Schneller und schneller wachsen die Zahlen einem Punkt entgegen, an dem auch das beste Rennen außer Kontrolle geraten muß.




Le Week-end

"Le Week-end"
Öl auf Leinwand: 64 x 110 cm. im Aquarell: 36 x 62cm. © Susanne Schuenke 1998
(Auf in's Wochenende)
Ein Ausflug in die Vergangenheit, als die Welt "noch in Ordnung war":
Ohne Tempo-Limit in stolzem, weißen Sportcoupé und gehobener Stimmung durch Frankreich in das Wochenende - sein Schal flattert wie eine triumphierende Fahne und er hat seinen Spaß, mit blitzender Hupe der Welt "Hallo" zu sagen. Cheriè ist nicht ganz mit der Geschwindigkeit einverstanden, aber ein Glas roter Burgunder zum dejeuner wird dem bald Abhilfe schaffen. Der Wind spielt mit ihrem Kopftuch, die Regatta wetteifert mit den Wellen, die Landschaft zieht vorbei - und die Sonne scheint auf ein idyllisches Wochenende.
Quel week-end magnifique!




Die Violincello-Spieler

"Die Violincello-Spieler"
Öl, Blattgold und Blattsilber auf Leinwand. 73 x 160 cm © Susanne Schuenke 1994
In zwei Reihen sitzen acht Violincello-Spieler mit ihrem Cello. Die Parallele zwischen Musik und Leben stellt sich schnell ein: meistern sie ihr Instrument symbolisch wie auch das Leben selbst?
Die Komposition gruppiert sich um den Mittelpunkt: ein Mensch, der sich vollkommen seiner Aufgabe hingibt und mit ihr zu eins verschmilzt - in fließender Bewegung und kraftvoll-harmonischer Bewältigung wird auf dem tiefroten Mahagoni-Cello eine atemberaubende Interpretation in einmaliger Aufführung erreicht.
Welch ein Kontrast zu dem unsicheren und noch kämpfenden Geschöpf, verkörpert durch die junge Musikantin am honiggelben Instrument. In der Reihe davor spielt die reife Lebenserfahrung souverän mit kundiger Hand das kastanienrote Cello. Das Paar rechts außen, synchronisiert bis ins Detail, folgt gehorsam der Leitung und erarbeitet eine brave Pflicht.
Am linken Ende der Gruppe sitzt zurückgesetzt eifriges Streben und emsiges Bemühen in noch ungelenken Bewegungsabläufen, wohingegen in der vorderen Position der der Bogen mit nonchalanter Leichtigkeit die Musik in den Saiten zum schwingen bringt.
Doch ein Spieler hält passiv den Bogen gesenkt und wendet sich dem Betrachter in fragender Miene zu. Vielleicht ist er der Zweifelnde in der Gemeinschaft, der mit der vorgegebenen Partitur erst noch seine Übereinstimmung finden will - und muß.




Byte By Byte


"Byte By Byte", 1997
Öl auf Leinen. 90 x 61 cm. © Susanne Schuenke 1997
"Solange Menschen atmen, Augen sehn,
Lebt mein Gedicht, in ihm wirst du bestehn."

Mit diesen Zeilen schließt Shakespeare's berühmtes Sonnet Nr.18. Wie Recht hat er gehabt: so lange Schüler lesen lernen, und Gelehrte sie unterrichten, die Gedanken zu verstehen, so lange wird die über Jahrhunderte gewachsene Schönheit und Kunst der Kultur weiterbestehen, anerkannt und gefördert.
Aber der technologische Fortschritt, in einer Progression beschleunigt, wie sie noch keine Zeit erfahren hat, bringt eine neue Bedeutung in das herkömmliche Konzept der Lesefähigkeit: Lesen schließt nicht länger mehr das Konzept der Sprachstruktur, der Harmonie und des Rhythmus' der Wortklänge mit ein.
Das zauberhafte Gespinst der lyrischen Kraft, mit wenigen Worten eine ganze Welt zu errichten droht zu zerreißen, wenn Lesefähigkeit nur zu bald nur noch als Computer-Fähigkeit verstanden wird.
Das Schlüsselwort heißt "Information" - und wie man den schnellsten und profitabelsten Gebraucht davon machen kann. Die Romantik der Sprache, die Schönheit der Assoziationen, die Phantasie der Menschen, all das löst sich schneller und schneller auf.
Wie die digitale Bildauflösung in genormte kleine Farbquadrate auf dem Monitor, so wird auch die Poesie, Byte für Byte, als antiquiert in die Vergessenheit geschickt.
Obwohl die Menschen weiter atmen, und Augen weiter seh'n, sie werden nicht mehr "lesen" zu versteh'n.




Le cabinet de curiosités


"Le cabinet de curiosités", 1997
Öl und Blattgold auf Leinwand. 85.5 x 71 cm © Susanne Schuenke 1997
Dieses kleine, prall gefüllte Möbel folgt der barocken Tradition der Kuriositätenkabinette: jener Kollektionen gar wunderlicher Gegenstände, die dem Sammler aus Gründen ihrer außerordentlichen Schönheit, der persönlichen Bedeutung und der besonderen Rarität wegen lieb und teuer waren.
Das surreale Schränkchen, das sich aus mystischen Wassern erhebt, erzählt durch materielle und immaterielle Elemente,, von einer Daseinswelt der Empfindungen, der Überlegungen und der Träume. Freude und Sehnsucht gleiten mit den geheimnisvollen Nebelschleiern aus den Schubladen - einige bleiben der Betrachtung verschlossen, andere quellen mit ihren Schätzen über:
Den fünf Sinnen wird mit Bildern und reifen Trauben, duftenden Rosen, einem Vogel und einem bestickten japanischen Seidenstoff Tribut gezollt: Sehen, Schmecken, Riechen, Hören und Fühlen. Die Welt der Kunst zeigt Gemälde, Glas, Silber, chinesisches Porzellan, geschnitzte Dosen und ein Architekturmodel. Bücher, Briefe, Schreib-federn und Schachfigur erzählen von der Aktivität des Geistes. Die Natur ist mit Edelsteinen und Muscheln, Blumen und Früchten, dem kecken Vogel und einem Blick in das unendliche All vertreten.
Dem Nachthimmel, der die drei Gürtelsterne des Orions zeigt, ist mit Säulchen gesäumte Ehren-Nische des Kabinetts gewidmet. In den großen Seifenblasen, einem traditionellen Vanitas-Symbol, finden: eine Anspielung auf die noch immer unverständlichen Dimensionen des Weltalls und unsere eigene Vergänglichkeit.




Destiny II


"Destiny II", 1997
Öl und Blattgold auf Leinen. 50 x 45cm © Susanne Schuenke 1997
Aus himmlischen Sphären, vom jenseitigen Rande uns vorstellbarer Existenzen, tritt das menschliche Wesen in sein physisches Erden-Dasein.
Eine Binde vor dem inneren Auge verwehrt ihm zunächst die Kenntnis von seinem ursprünglichen Zweck und hält ihm seine eigentlichen Aufgabe hier in diesem Leben verborgen, bis seine spirituelle Entwicklung ihm eine Einsicht in das ewige Geheimnis erlauben wird. Gleichwohl steht es ihm zur Wahl, sich diesen Informationen zu verschließen und gegenüber der überirdischen Lebensenergie blind zu bleiben.
Welch ungeglaubte Möglichkeiten schlummern in dem neuen Körper und warten nur darauf, erschlossen zu werden: drängen danach, knospen und blühen zu dürfen.
Davon erzählt die Vielzahl der Formen und Farben,in seinen Gliedmaßen und die vielfachen Lagen, die den transzendalen Rumpf umschließen. An der Oberfläche läßt ein fernes Echo die potentiellen Qualitäten von menschlicher Empfind-samkeit, sanfter Weisheit und einfühlsamer Poesie im wahren Kern erahnen.
Mögen des Menschen Schritte mit Güte auf die Erde treten, von Milde gelenkt sein und ihn eines Tages freudig in sein himmlisches Zuhause zurückführen.




Das Trojanische Pferd


"Das Trojanische Pferd", 1998
Öl und Blattgold auf Leinen. 93 x 93cm © Susanne Schuenke 1998
Von Homer's Illias zur heutigen Zeit; eine alte Geschichte in neuem Kleid: die Teilnehmer in der Parade unter dem stolzen Pferd sind Figuren unserer Gegenwart. Sie bieten uns triumphierend die Ergebnisse technischer, wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Entwicklungen dar. Stolz ignorieren sie die negativen Nebenwirkungen und möglichen katastrophalen Rückschläge, mit welchen diese Neuerungen unser aller Leben für immer ändern können.
Von rechts nach links reihen sich die unbegrenzte Elektrizität der Atomenergie, die Manipulation von Gen-Material, die Überbelastung unserer Ernten mit Chemikalien, die Verführung zur Verschuldung durch Kreditkarten, die Klonung des ersten Säugetieres, die Leichtfertigkeit jede menschliche Unannahmlichkeit mit Pillen zu lösen und ganz außen die biologische Kriegsführung mit künstlich erzeugten Viren, von einer Rakete getragen und mit der Mentalität eines Rodeo-Cowboys gesteuert.
So findet das Trojanische Pferd viele aktuelle Parallelen, wenn Entwicklungen mit Begeisterung als neuer Schritt zur Befreiung der Menschheit von ihren Mühsalen gefeiert, und die Warner vor den unvorhersehbaren Konsequenzen niedergeschrien werden.



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© Susanne Schuenke. 2000-2006